Stefan George 1913

Fotos: Karsten Thormaehlen (C) 2008

Diese Kopfplastik wurde von Stefan George als Vitzliputzli bezeichnet in Anlehnung an den aztekischen Kriegs- u. Sonnengott [1] 

Als er ihm das erste Mal begegnete, im Februar 1909 in der Lichterfelder „Villen-Wohngemeinschaft“ von Friedrich Wolters und Berthold Vallentin, traf es ihn wie ein Feuerstrahl. Er, der junge Student der Kunstgeschichte, der eben erst die Reifeprüfung hinter sich hatte, stand nun vor einer Prüfung ganz anderer Art: Es galt, dem Blick des „Meisters“ zu begegnen, Haltung zu bewahren in seiner Nähe.Ludwig Thormaehlen hat diese Prüfung bestanden. Der Bund zwischen ihm und Stefan George war geschlossen, noch ehe das erste Wort gefallen war. Der Blick in das feierlich-strenge Gesicht, die unerschütterliche Gewissheit seiner Züge, schlug ihn für immer in den Bann. Schon wenige Jahre später schnitt Thormaehlen seinen ersten George-Kopf ins Holz, „Vitzliputzli“ nannte der Dichterfürst die Büste spöttisch, ein Amalgam aus deutschem Kobold und aztekischem Kriegsgott, Kinderschreck und Menschenfresser zugleich. 

Weblinks

[1] Huitzilopochtli bei Wikipedia (zuletzt aufgerufen am 27.11.2018)