Eduard Tillgner

Eduard Ferdinand August Tillgner
* 14.10.1842 in Sławięcice (vormals Slawentzitz, O.-Schl.)
† 08.10.1908 auf seinem Gut in Szymiszów (vormals Schimischow, O.-Schl.), begraben in Sławięcice (vormals Slawentzitz, O.-Schl.)
Unternehmer, Kunstsammler und Förderer der Künste
Urgroßvater des Stifters, Vater und Förderer der Künstlerinnen Erna Tillgner und Katharina von Woikowski-Tillgner

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Leben:

Eduard Tillgner wurde am 14.10.1842 als Sohn

  • des Rittergutsbesitzers Eduard Heinrich Carl Roman Tillgner (* 13.11.1811 in Gorzów Śląski vormals Landsberg  in  O.-Schl., † 4.2.1884 in Komorno)
  • und seiner zweiten Frau Ida von Sebottendorff (*?.10.1820; † 20.3.1845) [7] als
  • jüngerer Bruder von Sophie Auguste Caroline Ida Tillgner von Sebottendorf (* 16.5.1843 Slawentzitz; † 10.05.1916 Breslau) (verheiratet am 06.06.1862 auf Komorno mit Georg Maria von Stellfried Rattonitz (* 28.12.1835 Leipa; † 19.01.1908 Breslau ))

in Sławięcice (vormals Slawentzitz, O.-Schl.) geboren.

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Foto: Eduard Heinrich Carl Roman Tillgner (* 13.11.1811; † 4.2.1884)
(Nachlass Katharina von Woikowsky Tillgner)

Eduard Tillgner machte seinen Schulabschluss am 14.04.1859 in der Lehr.- u. Erziehungsanstalt für Knaben in Dresden unter Dr. Christian Friedrich Krause [2] und lebte um die Jahrhundertwende auf seinem Rittergut Pogorzela. Er war Mitglied der Ortsgruppe Königshütte im Ungarischen Karpathenverein [12].

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Eduard Tillgner lebte bis 1906 auf seinem Gut Schimischow [1].

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Eduard Tillgner war zweimal verheiratet.:

  1. 25.08.1872 zu Dresden mit Katharina Eugenie Wilhelmine Marie von Bockelberg [6]  (*25.11.1852 in Głubczyce (vormals Leobschütz, O.-Schl.); † 24.09.1873 auf Schloss Schimischow (begraben in Sławięcice). Tochter von Friedrich Karl Eugen Ludwig von Bockelberg (*10.03.1817; † 6.03.1896) und der Freiin Julie Laura Maria von Friedenthal (*25.01.1823; † 15.05.1862). Katharina war eine der zahlreichen Nachkommen des preußischen Generalmajors Ernst Friedrich von Bockelberg [10].
    Kinder:

    • Friedrich August Eduard Tillgner gen. „Dutte“, Jurist, Leutnant der Reserve, Gerichtsassessor in Berlin, Mitglied des Preußischen Landtags, als Mitglied der Deutsch Nationalen Partei und „Landesältester von Schlesien“ mit der Entschuldung der Schlesischen Bauern betraut, Gutsverwalter (* 24.09.1873 auf Schloss Schimischow; † 08.02.1946 in Görlitz) (Großvater des Stifters). Seine Mutter (Katharina von Bockelberg) starb bei der Geburt. Er heiratete 1903 in Berlin Ella Wanda Mahn (Tochter eines Gymnasialdirektors) die ihm auf seinem Rittergut Bremenhain sieben Kinder gebar. Darunter war auch Dora Hilde Thormaehlen, die Mutter des Stifters.
  2. 15.05.1888 mit Wally Erna Klara Tillgner (* 17.03.1850; † 04.06.1945 auf Schloss Buchholz), geb. Willenberg. Tochter von Adolf Willenberg und Henriette Willenberg geb. Rotherstein
    Kinder:

    • Erna Helene Tillgner (* 02.05.1888; † 1973)
    • Katharina Tillgner (* 14.09.1890; † 30.09.1970)
    • Ernst Tillgner (* 06.12.1896; † 21.10.1917 in Chaillevois in Frankreich, als Königlich preußischer Leutnant und Flugzeugführer in einem Dragoner Regiment im 1. Weltkrieg [1])

Eduards Schwester Sophie Auguste Caroline Ida Tillgner von Sebottendorf heiratete am 6.6.1872 auf Comorno dem Gut  seines Vaters den Grafen Georg Maria Stillfried von Raténic (* 28.12.1835 in Leipe; † 19.1.1908 in Breslau)

Eduard erwarb Zeit seines Lebens durch die Einkünfte aus seinen verschiedenen Unternehmungen (s.u.) wertvolle Kunstwerke und förderte auch die künstlerische Begabung seiner Töchter Erna und Katharina. Seinem einzigen Sohn Eduard finanzierte er zur Hochzeit mit Ella Mahn 1903 den Kauf des Rittergut Bremenhain (1906), wo die Mutter des Stifters Hilde Thormaehlen (geb. Tillgner) aufwuchs.

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Mit seiner Familie zog Eduard 1906 auf sein Rittergut in Buchholz. Nach länger anhaltenden gesundheitlichen Problemen verstarb Eduard Tillgner im Oktober 1908. Er hinterließ seine Ehefrau Wally und seine noch unverheirateten vier Kinder [1]

Eduard Tillgner starb am 08.10.1908 auf seinem Gut in Szymiszów (vormals Schimischow, O.-Schl.) und wurde in seinem Geburtsort Sławięcice (vormals Slawentzitz, O.-Schl.); begraben.

Unternehmungen:

  • Bis 1876: Verwaltung und Betrieb des von seinem Vater 1858[13] erworbenen Ritterguts Komorno (vormals Comorno, in den Jahren 1936 bis 1945 Altenwall) [11].
  • Ab wann unklar: Verwaltung und Betrieb des Ritterguts Pogorzela.
  • Ab 1874: Verwaltung und Betrieb des Ritterguts Schimischow O.-Schl. (zwischenzeitlich Heuerstein, heute: Szymiszów) mit 1.875ha Land, welches sein Vater und er zwischen 1863 u. 1893 nach und nach von der Familie von Strachwitz erworben hatten
  • bis 1895: Schimischower Portland-Cement, Kalk- und Ziegelwerke: Zementfabrik, Brettmühle, Kalkwerk und Ziegelei in Szymiszów (vormals Schimischow, O.-Schl.)
  • 1885-1940: Sulfit-Cellulose-Fabrik Tillgner & Co. AG: Cellulosefabrik in Glucholazy (vormals Ziegenhals, O.-Schl.) [3], [4], die mehrere Dampfmaschinen betrieb [8]
  • 1906 Finanzierung des Erwerbs des Rittergut Bremenhain als Hochzeitsgeschenk für seinen Sohn Ferdinand August Eduard
  • 1905 Erwerb des Rittergut Krischa (ab 1936 Rittergut Buchholz) von der Witwe Auguste Strube, verw. Hedloff mit zugehöriger Brennerei, Ziegelei, Gärtnerei, Jagdrevier, Waldungen und Äckern. [1]

[1] Ender,Gotthard: Dörfer im Umbruch. Oberlausitzer Verlag, Spitzkunnersdorf 2010, S. 74 ff.
[2] Dr. Krause, Christian Friedrich: Jahresbericht der Lehr.-u.Erziehungsanstalt. Druck Karl Heinrich Gärtner, Dresden 1859, S. 38.

Weblinks:
[3] Dr. Krause, G.: Chemiker Zeitung: Nummer 32, Cöthen 19.04.1885, S. 570. (zuletzt aufgerufen am 17.03.2015)
[4] Bojankin, Tano: KABEL, KUPFER, KUNST, Walter Bondy und sein familiäres Umfeld. (zuletzt aufgerufen am 9.3.15)
[5] Bernhard Peter, Historische heraldische Exlibris (52) (zuletzt aufgerufen am 9.3.15)
[6] Peters.Digital Die Familie von Bockelberg (zuletzt aufgerufen am 9.3.15)
[7] Peters.Digital Die Familie von Sebottendorff (zuletzt aufgerufen am 9.3.15)
[8] Albert Gieseler Kraft und Dampfmaschinen (zuletzt aufgerufen am 9.3.15)
[9] Komorno (polnisch, zuletzt aufgerufen am 25.9.15)
[10] Ernst Friedrich von Bockelberg bei Wikipedeia (zuletzt aufgerufen am 24.02.2016)
[11] Güteradressbuch Schlesien 1873 (zuletzt aufgerufen am 24.06.2016)
[12] Namensverzeichnis der Mitglieder des Ungarischen Karpathen Vereins 1899 (zuletzt aufgerufen am 24.06.2016)
[13] Rittergut Komorno bei Paläste in Schlesien (abgerufen am 08. September 2016)